Hier können Sie aktuelle News rund um die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft und relevante Themen nachlesen.

Wir freuen uns sehr mitteilen zu dürfen, dass Mag. Monika Rosen-Philipp, MA, Chefanalystin der Unicredit Bank Austria unser Präsidium als Vizepräsidentin verstärkt! Herzlich Willkommen!!!!

 

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Der letzte Super Tuesday stand ganz im Zeichen der vergangenen Oscar-Verleihungen.

 

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Die Zukunft der Filmlandschaft zwischen regionaler Identität und multinationalen Streaminggiganten war Dienstagabend Thema einer Runde, die am Tag nach der Oscar-Verleihung den Blick auf die Lage der Branche warf. Einig waren sich die Diskutanten auf Einladung der österreichisch-amerikanischen Gesellschaft vor allem in einem: Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Umbruchphase. Und die Zukunft ist von einem Spannungsfeld gekennzeichnet.

So könne der Weg zum Erfolg nur in der internationalen Kooperation liegen, die auch als Immunisierung gegen Provinzialität diene. Auf der anderen Seite gelte es, eine kleinteilige Filmwirtschaft ohne Abhängigkeit von großen Konglomeraten zu bewahren. Wichtig sei für Inhalteanbieter in einem kleinen Markt wie Österreich: "Absolutes Fokussieren auf die Kernkompetenzen", unterstrich Lisa Totzauer, Channelmanagerin von ORF 1. Zugleich dürfe Regionalität nicht Provinzialität bedeuten: "Deshalb sollten wir Partnerschaften ohne Tabus denken."

"Unser Disney ist Österreich"

"Selber produzieren, nicht einkaufen", hob auch Produzent Rudi Dolezal die Bedeutung heimischen Contents hervor: "Unser Disney ist Österreich." Diese Exklusivität dank Regionalität müsse aber auch finanziert werden, gab Produzent Alexander Glehr zu bedenken und verwies auf das lange diskutierte Steueranreizmodell als Dauerforderung der Branche, um Produktionen ins Land zu holen.

Eine weitere Gefahr für die Kreativbranche sei die Political Correctness, was sich nicht zuletzt an der vergangenen Oscar-Verleihung gezeigt habe. Hier würden letztlich Werke prämiert, die niemand mehr kenne, unterstrich Dolezal – was sich auf Nachfrage unter den sechs Debattenteilnehmern bestätigte, von denen lediglich einer eines der nominierten Werke gesehen hatte. "Wenn nur mehr alles ausgewogen ist und jeder bedacht wird, wird es unromantisch", so Dolezal.

Fragmentierung des Marktes

Auch für ORF1-Channelmanagerin Totzauer ist die Fragmentierung des Marktes ein Problem. So würden dank genauer Datenanalyse durch die großen Anbieter Produkte ganz auf einzelne Teilgruppen zugespitzt werden: "Wir werden spitzer, spitzer, spitzer und wundern uns, dass unser Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert." Dies gelte umso mehr für die Kreativen, verwies Filmemacher und Komponist Tony Zawinul auf die geringen Entgelte für die Contentlieferanten durch die Streaminggiganten: "Ich habe schon Schecks über 3 Cent bekommen."

Uneinigkeit herrschte indes, wie die Zukunft der Kinobranche im Speziellen aussieht. Wenn man den weltweiten Umsatzrückgang von 2019 auf 2020 von 42 auf 12 Mrd. US-Dollar betrachte, müsse man klar sehen: "Es ist nicht davon auszugehen, dass das ein kurzfristiger Effekt ist", unterstrich Christian Horak von Ernst & Young. "Ich glaube nicht, dass das Kino nach Covid tot ist. Es muss sich nur neu erfinden", richtete Produzent Glehr indes den Blick nach vorne, den auch Regisseur Hannes Schalle einforderte: "Kein Stein bleibt auf dem anderen. Den Markt verstehen, ist ganz wichtig für alle. Forza, das schaffen wir schon." (APA, 28.4.2021)

 

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In Kooperation mit mrp hotels lud die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft am 13. April 2021 zu einer Super Tuesday Online Edition zum Thema "Der Tourismus nach COVID 19" mit einer hochkarätigen Expertenrunde: 

• SC Mag. Ulrike Rauch-Keschmann, Leitung Sektion V - Tourismus und Regionalpolitik BMLRT

• Mag. Matthias Winkler, Geschäftsführer Hotel Sacher

• Dr. Ludwig Richard, geschäftsführender Gesellschafter Dr. Richard Gruppe

• Michael Gigl, Manager US Büro Österreich Werbung

• Mag. Lukas Crepaz, kfm. Leiter der Salzburger Festspiele

• Moderation: Martin Schaffer, MRICS, Partner mrp hotels 

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die gesamte Branche sind enorm. Das Schlimmste neben den wirtschaftlichen Folgen sei die Unsicherheit meinte Dr. Richard und plädiert dafür, dass auch MitarbeiterInnen in der Tourismusbranche vorrangig geimpft werden sollten.

Matthias Winkler sieht die Krise auch als Chance. Viele Entwicklungen wären dadurch beschleunigt worden. Positiv sieht er, dass es noch nie so viel Interesse am Tourismus gegeben hätte wie jetzt. Auch noch nie so viel Austausch zwischen Tourismus, Politik und Wirtschaft. Der Bundesregierung stellt er mit Blick auf andere Länder ein überaus positives Zeugnis aus und hebt vor allem die finanziellen Unterstützungsmaßnahmen hervor. Als unabdingbar sieht er die Einführung des grünen Passes, Ausbau der Digitalisierung sowie Flexibilität.

Dies betont auch Ulrike Rauch-Keschmann. Sie sieht den Tourismus als Gesamtkunstwerk und stellt fest, dass gerade in dieser Branche die Kreativität und Innovationskraft herausragend wäre.

Michael Gigl berichtet, dass die USA durch eine sehr hohe Impfrate bereits auf einem sehr guten Weg sind, der hoffentlich bald auch in Europa schlagend wird. DIE USA denken auch bereits darüber nach, die Restriktionen für Reisende aus der EU im Mai zu lockern.

Angesprochen auf die Situation im Kulturbereich stellt Lukas Crepaz fest, dass aufgrund des sehr erfolgreichen Salzburger Präventionskonzepts, welches die Durchführung der Salzburger Festspiele im Sommer 2020 ohne einen einzigen Corona-Fall ermöglicht hat, auch große Hoffnung besteht, bald wieder kulturelle Veranstaltungen durchführen zu können. Er meint: „Wir sind bereit. Wir wollen öffnen.“

Auf die Frage, welche Veränderungen im Tourismus zu erwarten wären, sind sich die Diskutanten einig: Die Menschen wollen reisen und werden reisen. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Regionalität wird sich schärfen, das Bedürfnis nach Sicherheit und klaren Regeln wird steigen. Auch kann es sein, dass sich die Mobilität und die Verkehrswege, nicht zuletzt durch CO2-Besteuerungen, ändert. Ulrike Rauch-Keschmann betont auch die Wichtigkeit des Impfens und sieht dies als absoluten Game-Changer.

Matthias Winkler fasst es abschließend in klare Worte: Wenn alle Bereiche zusammenstehen, sich nicht in kleinlichen Diskussionen verlieren, sondern das große Ganze sehen, dann wird Österreich noch stärker aus dieser Krise hervorgehen, als es zuvor bereits war.

Hier gibt es den Beitrag zum Nachsehen: https://www.youtube.com/watch?v=MgK__u4SLn8

 

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